Moosli und das Blatt, das sich erinnerte
An diesem Tag war Moosli wieder einmal im Zauberwald unterwegs.
Er ging langsam über den weichen Waldboden und schob mit dem Fuß kleine Steine zur Seite.
Plötzlich hörte er Stimmen über sich.
„Trulla ist sooo langsam!“
„Immer müssen wir auf sie warten!“
„Eine Schnecke eben!“
Moosli blieb stehen.
Auf einem Ast saßen Pip, Lina und Filo, die Vögel.
Unter dem Baum kroch Trulla, die Schnecke, langsam vorbei.
Trulla sagte nichts.
Aber Moosli sah, wie sie den Kopf ein kleines bisschen senkte.
Das hat sie verletzt, dachte Moosli.
Auch wenn es nur Worte waren.
Moosli setzte sich zu Trulla ins Moos.
„Geht es dir gut?“, fragte er leise.
Trulla nickte langsam.
„Ich weiß, dass ich langsam bin“, sagte sie ruhig.
„Aber manchmal tun solche Worte trotzdem weh.“
Moosli spürte, wie sein Herz schwer wurde.
Er wusste nicht genau, was er sagen sollte.
Da raschelte es über ihnen.
Eldra, die alte Eule, setzte sich auf einen Ast.
Sie hatte alles mitbekommen.
„Kommt mal alle her“, sagte sie sanft.
„Ich möchte euch etwas zeigen.“
„Moosli“, sagte Eldra,
„hol doch bitte eines von deinen Notizbuchblättern heraus.“
Moosli zog ein Blatt hervor.
„Schaut es euch gut an“, sagte Eldra.
„Es ist glatt. Keine Knicke. Keine Einkerbungen.“
Alle nickten.
„Und jetzt“, sagte Eldra ruhig,
„möchte ich, dass du das Blatt zerknüllst.“
Moosli zögerte kurz.
Dann knüllte er das Blatt zusammen.
„Nun versuche“, sagte Eldra,
„es wieder so glatt zu streichen wie vorher.“
Moosli strich darüber.
Er drückte es vorsichtig.
Dann durften auch die anderen es versuchen.
Jeder gab sein Bestes.
Doch egal, was sie taten –
das Blatt blieb zerknittert.
Moosli senkte den Blick.
„Es geht nicht“, sagte er leise.
„Die Knicke bleiben.“
Eldra nickte.
„Das hast du richtig erkannt“, sagte sie ruhig.
„Das Blatt ist immer noch ein Blatt.
Man kann darauf schreiben.
Aber man sieht, dass etwas passiert ist.“
Sie machte eine kleine Pause.
„So ist es auch mit Worten“, erklärte sie.
„Man sieht nicht, dass sie verletzen können.
Aber jedes Wort kann etwas im Herzen eines anderen bewirken.
Und selbst wenn man sich entschuldigt –
manche Spuren bleiben.“
Die Vögel wurden ganz still.
„Das wollten wir nicht“, piepste Lina.
„Es tut uns leid, Trulla.“
Trulla lächelte vorsichtig.
„Danke“, sagte sie.
„Das hilft.“
Moosli legte das Blatt behutsam ins Moos.
„Ich möchte gut auf meine Worte aufpassen“, sagte er.
„Niemand soll sich wegen meiner Worte schlecht fühlen.“
Eldra lächelte.
„Genau darauf kommt es an“, sagte sie.
„Sich vorher Gedanken zu machen, was man sagt.
Denn einmal Gesagtes kann man nicht zurücknehmen.“
Alle nickten.
Und während der Wald wieder leise wurde,
wusste Moosli:
Worte können traurig machen.
Aber die richtigen Worte
können Freundschaft wachsen lassen.
🌱 Was Moosli gelernt hat
Worte sind nicht unsichtbar – sie können Spuren hinterlassen
Auch wenn man es nicht sieht, können Worte verletzen
Entschuldigungen sind wichtig, aber manche Gefühle brauchen Zeit
Freundliche Worte können trösten, heilen und Freundschaft stärken
🎒 Mach mit! (mit Beispielen)
Du kannst das Blatt-Experiment selbst ausprobieren:
Nimm ein Blatt Papier.
Schau es dir genau an – es ist glatt und unversehrt.
Zerknülle es.
Versuche, es wieder ganz glatt zu machen.
💬 Sprich darüber:
Siehst du die Knicke?
Glaubst du, Worte können auch solche Spuren machen?
👉 Wichtig:
Niemand ist böse, wenn er einmal etwas Falsches sagt.
Aber wir können lernen, achtsam mit unseren Worten umzugehen.
💭 Denkfragen
Welche Worte fühlen sich für dich gut an?
➡️ zum Beispiel:
– danke
– ich mag dich
– es tut mir leid
– ich helfe dirWelche Worte würdest du gern öfter hören?
Moosli and the Words That Leave Marks
On this day, Moosli was once again walking through the Enchanted Forest.
He moved slowly across the soft forest floor, gently pushing small stones aside with his foot.
Suddenly, he heard voices above him.
“Trulla is soooo slow!”
“We always have to wait for her!”
“Well, she is a snail!”
Moosli stopped.
On a branch sat Pip, Lina, and Filo, the birds.
Below the tree, Trulla the snail was slowly crawling past.
Trulla didn’t say anything.
But Moosli saw her lower her head just a little.
That hurt her, Moosli thought.
Even if they were just words.
Moosli sat down next to Trulla in the moss.
“Are you okay?” he asked softly.
Trulla nodded slowly.
“I know I’m slow,” she said calmly.
“But sometimes words like that still hurt.”
Moosli felt his heart grow heavy.
He didn’t quite know what to say.
Then he heard a soft rustling above them.
Eldra, the old owl, landed on a branch.
She had seen everything.
“Come here, all of you,” she said gently.
“I want to show you something.”
“Moosli,” Eldra said,
“please take out one of your notebook pages.”
Moosli pulled out a sheet of paper.
“Look at it carefully,” Eldra said.
“It is smooth. No creases. No marks.”
Everyone nodded.
“And now,” Eldra said calmly,
“I want you to crumple the paper.”
Moosli hesitated for a moment.
Then he crumpled the paper into a ball.
“Now try,” said Eldra,
“to smooth it out so it looks just like before.”
Moosli tried.
He smoothed it.
He pressed it carefully.
Then the others tried as well.
Everyone did their best.
But no matter what they did—
the paper stayed wrinkled.
Moosli lowered his gaze.
“It doesn’t work,” he said quietly.
“The wrinkles stay.”
Eldra nodded.
“That’s right,” she said gently.
“The paper is still paper.
You can still write on it.
But you can see that something happened.”
She paused for a moment.
“That’s how words are too,” she explained.
“You can’t see them,
but they can hurt.
And even if you say sorry—
some marks may remain.”
The birds grew very quiet.
“We didn’t mean to,” chirped Lina.
“We’re sorry, Trulla.”
Trulla smiled carefully.
“Thank you,” she said.
“That helps.”
Moosli gently placed the paper into the moss.
“I want to be careful with my words,” he said.
“No one should feel bad because of something I say.”
Eldra smiled.
“That’s what really matters,” she said.
“Thinking first about what we say—
because once words are spoken,
we cannot take them back.”
Everyone nodded.
And as the forest grew quiet again,
Moosli knew:
Words can make someone sad.
But the right words
can help friendship grow.
🌱 What Moosli Learned
Animals live in different kinds of homes
Every home fits exactly the animal that lives there
A home gives protection, warmth, and safety
It is good that not everyone is the same
🎒 Try It Yourself! (with examples)
Look around outside or at pictures.
What kind of home do you see?
➡️ for example:
a nest in a tree
a hole in the ground
a pile of leaves
a hollow tree
Who might live there?
➡️ for example:
a bird
a hare
a hedgehog
a mouse
👉 It’s okay to guess. No one always knows for sure.
💬 Question to Think About
Where do you feel safe?
➡️ for example:
at home
in your bed
with mom or dad
in a quiet place